#Heldenaction

Soziale Veränderung — oder ist alles nur gute Intention?

Was wir bei value for good über Wirkungsmanagement gelernt haben

Erschienen am 15. Februar 2021 · Autorinnen Anna Scharf und Marie-Juliette Leißner

Wirkung ist das Kerngeschäft jeder gemeinnützigen Organisation. Deshalb ist es uns wichtig, die soziale Wirkung unserer Interventionen nicht nur zu kennen, sondern auch zu überprüfen. Da wir uns aber gar nicht so sicher waren, wie man das überhaupt richtig macht, haben wir von November 2019 bis April 2020 an einer Fortbildungsreihe teilgenommen. Lesen Sie hier von unseren Erfahrungen sowie den Ergebnissen der Wirkungsmessung für unser Mentorenprogramm.

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Wir wollen soziale Wirkung messbar machen

„Wir“, das sind in diesem Fall Anna und Marie vom Team Digitale Helden — die frisch gebackenen Ansprechpartnerinnen für das Thema Wirkungsmanagement. Da wir beide unseren Master gerade erst kürzlich abgeschlossen hatten, waren wissenschaftliche Untersuchungen und Analysen gar nicht so fern. Wie man diese aber nun selbst in der Praxis anwendet, um soziale Wirkung zu messen, war uns am Anfang noch nicht so ganz klar. Diese Lücke sollten nun die Workshoptage füllen.

In Berlin angekommen, startete der erste Workshop mit einem Einstieg von Ute Volz, Geschäftsführerin von eleven, die den Digitalen Helden die Teilnahme an der Fortbildungsreihe ermöglichte. Laut Ute sind alle Bemühungen zur sozialen Veränderung „ohne Wirkungsmessung nur gute Intention.“ Utes schlüssige Erklärung stellte sich später als ein wahrer Leitsatz in unseren weiteren Aktivitäten heraus.

Wie das Thema Wirkungsmessung erfolgreich angegangen werden kann, lernten wir im Austausch mit anderen tollen sozialen Organisationen in drei verschiedenen Workshops. Dort hatten wir die Möglichkeit folgende Themen endlich mal mit genügend Zeit (und professioneller Unterstützung) anzugehen.

Die drei zentralen Workshops

  

Wirkungsstrategie

Hierbei ging es darum, eine eigene Wirkungslogik für das Digitale Helden-Mentorenprogramm zu erstellen. Dabei konnten wir super gut auf dem aufbauen, was Florian, Jörg und Gregory bereits bei der Gründung der Digitale Helden gGmbH mitgedacht hatten. Die einfache Idee: Ältere Mentor*innen helfen jüngeren Schüler*innen beim kompetenten Umgang mit Internet und Smartphone.

Dass in erster Linie die Schüler*innen hiervon profitieren ist einleuchtend. Aber auf welchen Ebenen das überall soziale Wirkung entfaltet, war uns so noch nicht klar. Benedikt von value for good unterstützte uns währenddessen dabei, einen klaren Fokus zu setzen, um die Ziele für das Wirkungsmanagement nicht aus den Augen zu verlieren. Die meisten von Ihnen fragen sich jetzt bestimmt, was eine „Wirkungslogik“ überhaupt ist. Sie erklärt, wie wir uns die soziale Wirkung des Mentorenprogramms vorstellen. Schauen Sie doch mal hier.

  

Wirkungsmessung

In der Theorie waren wir uns nun nach dem ersten Workshop darüber im Klaren, dass wir mit dem Mentorenprogramm Schüler*innen in der digitalen Welt handlungssicherer machen möchten. Aber wie genau kann man das denn eigentlich messen und so ein theoretisches Vorhaben auch wirklich in der Praxis umsetzen? Das lernten wir im zweiten Workshop Wirkungsmessung, in dem uns gezeigt wurde, wie wir selbst Indikatoren aufstellen und Daten erheben können.

  

Wirkungskommunikation

„Tue Gutes und sprich darüber“ – unter diesem Motto ging es im letzten Workshop Wirkungskommunikation und -steuerung darum, wie wir unsere Ergebnisse nun an die Außenwelt kommunizieren möchten. Wir beschäftigten uns mit der Frage, welche Formate und Kanäle hierfür infrage kommen – ob Webseite, Wirkungsbericht, Blogbeitrag oder Videos. Und genau dieser dritte Workshop ist auch der Grund dafür, warum Sie jetzt gerade diesen Blogbeitrag lesen.

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Unser Fazit

Die Wirkungsakademie hat dem Wirkungsmanagement bei den Digitalen Helden ein echtes Upgrade verpasst und uns super viele hilfreiche Ideen und Tipps für nächste Schritte mitgegeben. Obwohl wir zukünftig in diesem Bereich auch noch viel vorhaben, sind wir zum aktuellen Zeitpunkt bereits sehr stolz, Ihnen erste Ergebnisse präsentieren zu können. Denn trotz Covid-19 haben im Schuljahr 2019/20 310 Helden und 73 Heldenbegleiter*innen unseren Fragebogen fleißig ausgefüllt – vielen Dank dafür!

Und neben erkenntnisreichen Daten und Zahlen zu unserem Mentorenprogramm, hat uns ganz besonders das persönliche Feedback der Schüler*innen beeindruckt.

Hand auf’s Herz – Wen berührt es nicht, Sätze wie diesen, von Acht- und Neuntklässler*innen zu lesen.

„Wir wollen […] nicht erreichen, dass sich jüngere Schüler keine Apps mehr runterladen oder so. Wir wollen nur, dass sie die möglichen Konsequenzen kennen und sich darauf vorbereiten können“

Digitaler Held, 15 Jahre aus Hessen

Ihre Autor*innen

Anna Scharf

Verantwortungsbereich bei den Digitalen Helden
Personal, Organisationsentwicklung

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Marie-Juliette Leißner

Verantwortungsbereich bei den Digitalen Helden
Materialentwicklung, Evaluation, pädagogische Begleitung des Mentorenprogramms